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Das Goldene Zeitalter - ein inklusiv gestalteter
Museumsführer für sehende, sehbehinderte und blinde LeserDas Goldene Zeitalter - ein inklusiv gestalteter Museumsführer für sehende, sehbehinderte und blinde Leser

 

Museum

Staatliches Museum Schwerin, Kunstsammlungen
19055 Schwerin, Mecklenburg-Vorpommern
www.museum-schwerin.de

Museumssparte

Kunstmuseum

Beschreibung

Das Lesetasthörbuch spricht drei Sinne an. Alle Informationen sind für Alle zugänglich und nach den Richtlinien von Universal Design gestaltet.
A Texte: Um die Texte für Jeden zugänglich zu machen, gibt es Lesetexte und ausführlichere Hörtexte (Dauer: 62 Minuten). Alle Lesetexte gibt es in Braillevollschrift und Schwarzschrift. Zu jedem Gemälde gehören zwei Texte:. eine detaillierte Bildbeschreibung und eine kulturgeschichtliche Einordnung (historische Fakten, religiöse Grundhaltungen, aber auch über technische Raffinessen).
B Tastbilder: Ein Schwerpunkt des Buches sind die Tastbilder in zwei verschiedenen Druckverfahren. Für jedes Gemälde gibt es zwei Tastbilder. Auf dem jeweils ersten sind die besprochenen Gemälde komplett als tiefgezogene Reliefs auf Folie gezogen. Auf ihnen sind ausgewählte Bildgegenstände in fünf tastbaren Ebenen haptisch wahrnehmbar. In der zweiten Abbildung zum jeweiligen Gemälde fühlt der Leser ein ausgewähltes Detail des Gemäldes mit Hilfe von auf Papier gedrucktem Strukturlack (Siebdrucke).

Es ist jedem Nutzer selbst überlassen, einen Sinn zu favorisieren oder sich auf die Verknüpfung der Sinne einzulassen. Ein inklusiver Museumsführer zu sein bedeutet nicht nur ein attraktives informatives Angebot für blinde und sehbehinderte Menschen zu unterbreiten, sondern auch für die Sehenden überzeugende und inspirierende Wege der Kunstvermittlung anzubieten.
Das Lesetasthörbuch ermöglicht den individuellen Museumsbesuch von sehbehinderten und blinden Menschen im Staatlichen Museum Schwerin. Während der Besucher das Gemälde haptisch wahrnimmt, kann er parallel mit einem Hörstift der Bildbeschreibung folgen. Beide Informationsebenen sind aufeinander abgestimmt.
In monatlich stattfindenden öffentlichen Führungen für blinde und sehbehinderte Besucher ist das Buch ein wichtiger Begleiter.
Immer intensiver nutzen wir das Buch in der Vermittlungsarbeit mit Schulklassen: es wird nun nicht nur sehend wahrgenommen, sondern über Geräusche und Musik aus dem Buch hörend und Bildmotive tastend.
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Zusätzliche Informationen zur Zielgruppe

Da das Lesetasthörbuch ein inklusiv gestaltetes Buch ist, spricht es alle „Leser“ an. Das bedeutet, dieser Museumsführer/Kunstführer bietet Menschen mit einer Sehbehinderung und blinden Lesern einen Informationszugang nach dem Zwei- Sinne- Prinzip: über den Tastsinn, den Hörsinn und den Sehsinn (sofern vorhanden). Besonders im Zusammenspiel der Wahrnehmung mit verschiedenen Sinnen eröffnet sich auch für sehende Menschen ein ungewöhnlicher Zugang zur Kunst.

Informationen zu Zeit und Dauer

Mitte Juli 2010 wurden die Fördermittel bewilligt

Anmerkungen zu den Kosten und zur Finanzierung

50.000 € hat das Projekt gekostet.
Fördermittel kamen von Aktion Mensch.
Die Einnahmen aus dem Verkauf des Buches werden ausschließlich für weitere Projekte im Rahmen des barrierefreien kulturellen Zugangs im Museum genutzt.

Besonderheiten

Mit dem Lesetasthörbuch liegt erstmals ein umfassender Museumsführer vor, der insbesondere sehbehinderten und blinden Menschen die Möglichkeit gibt, individuell und an verschiedenen Orten Kunst zu erleben. Einzelne Elemente, wie z.B. die Tastbilder steigern die Attraktivität von Führungen für sehbehinderte und blinde Besucher im Staatlichen Museum Schwerin. Der Einsatz verschiedener Sinne eröffnet sehenden Kunstinteressierten neue Wege der Wahrnehmung von Kunst. Es ist das erste inklusiv gestaltete Buch im Bereich der Kunst und setzt Standards in Gestaltung und Inhalt.

Probleme & Lösungen

Da es kein inklusiv gestaltetes Kunstbuch in Deutschland gab, war es von der Idee bis zum Produkt nicht immer leicht, einen selbstgesteckten hohen Standard in Inhalt und Form zu halten. In enger Zusammenarbeit mit der Gebietsgruppe Schwerin des BSV MV wurden ihre Wünsche und Bedürfnisse von Anfang an ernstgenommen (von der Auswahl der Bilder bis zur Korrektur der Brailleschrift). Aber auch die Gruppe der blinden und sehbehinderten Menschen haben keine konkreten Vergleiche und freuen sich über jedes attraktive Angebot. Es gilt, in der Evaluationsphase mit Hilfe eines Fragebogens und in persönlichen Gesprächen während der Führungen zu recherchieren, wie optimal die Texte, die Tastbilder, die Gestaltung, das Zusammenspiel aller Sinnesangebote für den Leser wirklich sind.

Öffentlichkeitsarbeit

Printmedien, Internet (www.museum-fuer-alle.de), Veranstaltungen in der Woche des Sehens

Empfehlung

- Gemeinsam mit der Besuchergruppe Ziele und Möglichkeiten abstecken
- im kompetenten Team arbeiten: Kunsthistoriker, Kunstpädagoge, Bildbeschreiber (leichte Sprache),
Grafiker im Universal Design
- sich vernetzen mit Behindertenverbänden, mit Vereinen, die das Thema Inklusion ernst nehmen
- Schulung der Servicemitarbeiter im Sinne des barrierefreien Service im Museum

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Kurzinfos

Thema

Kulturgeschichte
Kunst

Zielgruppe

Einzel- und Gruppenbesucher:
Kinder, bis ca. 12 Jahre
Erwachsene
Senioren
Konzeptionelle Schwerpunkte:
Besucher mit Behinderungen einbeziehend

Format

personale Angebote in den Ausstellungen:
methodisch variierte Führungen
Medienangebote in den Ausstellungen:
Anfassen erlaubt! Hands on u.ä.
Medienangebote begleitend zu den Ausstellungen:
Audioguides, PDA, I-Pods u.ä.
Kataloge, Kurzführer u.ä.

Laufzeit

01.01.2011 - 27.09.2012

Kooperationspartner

BSV MV; Andere Augen e.V.

erstellt: 11.02.2013
geändert: 19.02.2013