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Die Ovelgönner Zeitkurbel - Ein Pilotprojekt zur Bewahrung
und Vermittlung der Kulturgeschichte der Dörfer - am
Beispiel des ehemaligen Burgdorfes Ovelgönne in der
Wesermarsch.Die Ovelgönner Zeitkurbel - Ein Pilotprojekt zur Bewahrung und Vermittlung der Kulturgeschichte der Dörfer - am Beispiel des ehemaligen Burgdorfes Ovelgönne in der Wesermarsch.

Museum

HANDWERKSMUSEUM OVELGÖNNE
26939 Ovelgönne, Niedersachsen
www.handwerksmuseum-ovelgoenne.de

Museumssparte

Kulturgeschichtliches Spezialmuseum
Geschichte des Handwerks und Kulturgeschichte des Ortes

Beschreibung

Ovelgönne, einst das kulturelle Zentrum der Wesermarsch, mit Burg, Gericht, Gefängnis, Apotheke, Medicus, usw. ist heute weitgehend unbekannt, seine faszinierende Geschichte auch in der Region vergessen. Als kleines Dorf leidet es heute unter dem Schwund der Geschäfte und fehlender Jugend. Seit 2011 widmet sich das örtliche Handwerksmuseum, das seit 1980 aus einer heimatkundlichen Sammlung entstand, konzeptionell wieder stärker der Darstellung der vergessenen Ortsgeschichte. In diesem Rahmen entstand die Idee einer "Zeitkurbel": eine Medienstation, die Handwerk und Computertechnik vereint. Dies war zunächst auch eine technische Herausforderun ...mehr

Zusätzliche Informationen zur Zielgruppe

Unsere Zeitkurbel erleichtert den Zugang zum Wisen für alle.
Ältere, insbes. ländliche Museumsbesucher haben oft gar keine Routine bzw. große Unsicherheiten in der Nutzung neuer Medien in Museen (Wischen über den Touchscreen-Bildschirm, Baumstruktur der Datensätze durchschauen u.a.). Das Kurbeln ist eine aus dem früheren Alltag vertraute Handarbeit, es erzeugt Freude und Erlebnisqualität beim Erforschen der Ortsgeschichte. Außerdem klärt die simple mechanische Handhabung, mit der man chronologisch sebstbestimmt vorwärts oder rückwärts und in beliebiger Geschwindigkeit durch diese exemplarische Geschichte "reist", historische Zusammenhänge und zeitliche Dimensionen auf.
Für jüngere, medienerfahrene Museumsgäste bedeutet das Kurbeln an einem historischen Originalwerkzeug heutzutage wiederum eine eher ungewöhnliche handwerkliche Bewegungserfahrung.

Informationen zu Zeit und Dauer

Die Zeitkurbel wird zeitlich unbegrenzt immer weiter in die Zukunft aufgebaut

Anmerkungen zu den Kosten und zur Finanzierung

7000 Euro, gefördert 2012 durch die regionale LZO-Stiftung Kunst und Kultur

Darin enthalten war ein schneller PC mit großem Touch-Screen-Monitor sowie die Programmentwicklung.
Außerdem Inkrementalgeber-Montage an die Kurbel der Sattlernähmaschine so

Besonderheiten

Die besondere kulturpädagogische Qualität der Zeitkurbel ist mehrschichtig:
- Für die Adressaten bietet die Zeitkurbel einen sehr einfachen, unkomplizierten, selbstbestimmten und aktiven Zugang zu kulturhistorischem Wissen, das vor Ort konkret ist und gleichzeitig exemplarisch für die allgemeine Kulturgeschichte steht.
- Gestaltung: Bei der Gestaltung der Jahres-Seiten ermöglicht die Zeitkurbel beliebige künstlerische Freiheiten. Die Bilddateien für die einzelnen Jahre müssen - abgesehen von den laufenden Jahreszahlen - nicht zwingend im gleichförmigen Design angelegt werden. Eine chronologische Monotonie beim Kurbeln wird aufgehoben durch die Mitarbeit verschiedener Bildgestalter am Gesamtprojekt. So kann am Ende das produzierte Geschichtsbild ein buntes Mosaik der Zeitgeschichte/n sein.
- Didaktik: Alltägliches wirft grundsätzlich ein historisches Schlaglicht auf die Zeit. Der zugrunde liegende Kulturbegriff schließt beliebige Schwerpunkte in der Themenauswahl für ein bestimmtes Jahr ein. Andererseits können geschichtsdidaktische Schwerpunkte redaktionell geplant werden.

Probleme & Lösungen

1. Das "Time-Wheel"-Programm der Museumstechnikfirma Heddier-Electtronics war 2012 noch in der Entwicklung. Für unseren Prototyp der Zeitkurbel, bei der ein PC über einen Inkrementalgeber per Drehbewegung "angetrieben" wird, waren etliche Updates in Kooperation mit den Programmierern der Firma nötig. Seit Dezember 2014 ist das Programm soweit ausgereift, dass auch bei allerschnellstem Drehen das Programm nicht mehr zusammenstürzt und stabil läuft. Diese Problem ist also schon gelöst.
2.
Damit die Museumsbesucher von diesem einfachen Zugriff auf die laufenden wissenschaftlichen Erkenntnissen der Museumsmitbarbeiter profitieren können, sind diese wiederum gefordert, komplexe historische Zusammenhänge sehr schlaglichtartig in Text und Bild auf den Punkt zu bringen. Dies erfordert Vermittlungs-Kompetenzen.
3.
Zeitaufwand für Gestaltung und Recherchen: Unsere Zeitkurbel hat mittlerweile ca. 70 Bilder u. immer noch 430 Warte-Seiten mit dem Satz: "Bitte weiterkurbeln. Hier entsteht noch etwas." Grund ist in unsererm Fall, dass unser kleines Museum sehr geringe personelle Kapazitäten besitzt.
Lösungen:
- Partizipation an der Herstellung von weiteren Jahresbildern kann als auch Arbeitsfeld der Museumspädagogik in zeitlich begrenzten Projekten ermöglicht werden, oder auch ein Einsatzgebiet für Ehrenamtliche bilden.
Aktuelle und ehemalige Ortsbewohner, Verbände, örtliche Organisationen können zur Zeitkurbel beisteuern, indem sie z.B. Fotos oder Geschichten aus ihren Familienarchiven zur Verfügung stellen. Auch passiv können sie eingebunden werden, indem interessante Ereignisse aus Vereinschroniken etc. in der Zeitkurbel auftauchen.
Einzelne Experten oder Arbeitsgruppen könnten selbst eine Weile aktiv die Zeitkurbel mitgestalten. Denkbar sind u.a. der Einbau der Ergebnisse ihrer Beschäftigungen mit einer bestimmten Zeitepoche.
Ehrenamtliche Mitbarbeiter des Museums haben die Möglichkeit, im Dokumentenarchiv des Handwerksmuseums nach interessanten Materialien zu recherchieren, um diese zu Jahresseiten zu verarbeiten und zu gestalten.

Öffentlichkeitsarbeit

Regionale Zeitungsartikel, Flyer

Empfehlung

- Konzept, Laufzeit sowie Standort der "Zeitkurbel" sind nicht begrenzt au unser Handwerksmuseum, wo es entstand. Der hier entwickelte Prototyp wurde über einen längeren Zeitraum von 2 Jahren erprobt, Fehler getilgt, mit etlichen Updates programmiert und umgestaltet, bis er stabil funktionierte. Von dieser Evaluation profitieren künftige Zeitkurbel-Stationen an beliebigen anderen Orten.
- Nachhaltigkeit ist gegeben, weil die Befüllung der Zeitkurbel nach und nach mit Jahresbildern ein langwierigerer, zudem veränderbarer Prozess ist. Historische Ereignisse oder Schlaglichter mit Materialien vor Ort müssen recherchiert und gestaltet werden. Dies kann in vielen Einzelprojekten mit verschiedensten Akteuren oder Gruppen geschehen.
- Da die Zeit nicht stillsteht, wird auch die Befüllung der Zeitkurbel mit Folgejahren in der Zukunft niemals stillstehen. Währenddessen bilden die bereits laufenden Jahresbilder den Geschichtsschatz eines Ortes, incl. der Wissenslücken. So könnte einmal jeder Ort, ob Dorf oder Stadt, seine Ortsgeschichte mit einer eigenen Zeitkurbel, erforschen, bewahren und allen zugänglich machen, nicht nur in Museen.
Gerne stehen wir mit unserem Rat zur Seite.

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Kurzinfos

Thema

Heimatkunde
Kulturgeschichte: Museumssammlung/Arbeiten im Museum, Orts- und Regionalgeschichte

Zielgruppe

Einzel- und Gruppenbesucher:
Kindergarten- & Vorschulkinder
Kinder, bis ca. 12 Jahre
Jugendliche, von ca. 12 bis 15 J.
Jugendliche, von ca. 15 bis 18 J.
Junge Erwachsene, ab ca. 18 J.
Erwachsene
Familien
Senioren
Mehrere Altersklassen
Einzelne Berufsgruppen
Konzeptionelle Schwerpunkte:
generationsübergreifend
kulturelle Vielfalt/Zuwanderungsgeschichten berücksichtigend
Besucher mit Behinderungen einbeziehend
gendersensibel
unterschiedliche soziale Hintergründe berücksichtigend

Format

Medienangebote in den Ausstellungen:
Ton, Film, Animation u.ä.
Anfassen erlaubt! Hands on u.ä.
Computerstationen u.ä.

Laufzeit

12.12.2014 - 12.12.2030

Kooperationspartner

Heddier electronics gmbH Museumstechnik, Time-Wheel-Programm

erstellt: 14.11.2017
geändert: 14.11.2017