Making Memories. Kunstbetrachtungen für demenziell
Erkrankte und ihre AngehörigenMaking Memories. Kunstbetrachtungen für demenziell Erkrankte und ihre Angehörigen

 

Museum

Kunsthalle Bremen
28195 Bremen, Bremen
www.kunsthalle-bremen.de/Bildung-und-Vermittlung

Museumssparte

Kunstmuseum

Beschreibung

Im geschützten Raum, außerhalb der regulären Öffnungszeiten des Museums (vor Originalen) oder auch außerhalb des Museums in Einrichtungen der geriatrischen Tagespflege sowie der stationären geriatrischen Behandlung (mithilfe originalgetreuer Reproduktionen von Kunstwerken), bietet die Kunsthalle Bremen mit Making Memories ein moderiertes Forum zum Austausch von Eindrücken und Erinnerungen.
Dabei geht es nicht um ein Kunstgespräch im herkömmlichen Sinne, sondern um Anregungen, die wir demenziell Erkrankten und ihren Angehörigen über die Kunst und die Institution Kunsthalle geben wollen. Anknüpfungspunkte für alle Teilnehmenden sind Kunstwerke, deren Motive, Farb- oder Formensprache das Potential haben, unmittelbar anzusprechen. Dabei wird nicht nur die visuelle Wahrnehmung angeregt, auch Gegenstände wie Stoffe, Pflanzen und andere Materialien, die in den Kunstwerken eine Rolle spielen, kommen ebenso wie Klänge und Düfte zum Einsatz.
Demenziell Erkrankte bekommen so Anstöße und den nötigen Raum, sich zu artikulieren. Ihre pflegenden Angehörigen erleben die Mutter, den Vater oder den Partner in einer neuen und ungewohnten Situation und können auf diesem Wege neue Impulse für den Umgang mit ihrer oder seiner Erkrankung erhalten.
Making Memories wird durchgeführt von ausgebildeten und erfahrenen Künstlern und Pädagogen. Das Projekt dient nicht zum Erreichen eines konkreten therapeutischen Zieles, sondern will mit modernen Methoden der Museumspädagogik und den vielfältigen Ausprägungen der Kunst Anstöße geben. Es ist somit ein dezidiert museumspädagogisches, kein kunsttherapeutisches Angebot.

Bislang wird das Projekt Making Memories sowohl selbsttragend als auch in Kooperation mit der PGSD Bremen (Paritätische Gesellschaft Soziale Dienste Bremen) sowie in Kooperation mit AWO Bremen, ASB Bremen und anderen Sozialwerken durchgeführt.
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Zusätzliche Informationen zur Zielgruppe

Demenziell Erkrankte rücken seit einiger Zeit verstärkt in den Mittelpunkt der Entwicklung museumspädagogischer Angebote für Ältere. Ihre pflegenden Angehörigen, die beim Bremer Projekt Making Memories die Mutter, den Vater oder den Partner in einer neuen und ungewohnten Situation (weil außerhalb des therapeutischen, bzw. Alltags-Kontextes) kennen lernen können, wurden dabei unseres Wissens bislang eher vernachlässigt. Diesbezüglich fanden nicht nur umfangreiche Recherchen zu den Angeboten anderer Museen statt, sondern auch Gespräche mit unseren Kooperationspartnern PGSD, AWO, ASB und anderen Sozialwerken sowie mit zahlreichen Museumskollegen in Deutschland und den USA statt, mit denen wir im engen Kontakt stehen.

Besonderheiten

Demenziell Erkrankte rücken seit einiger Zeit verstärkt in den Mittelpunkt der Entwicklung museumspädagogischer Angebote für Ältere. Ihre pflegenden Angehörigen, die beim Bremer Projekt Making Memories die Mutter, den Vater oder den Partner in einer neuen und ungewohnten Situation (weil außerhalb des therapeutischen beziehungsweise Alltags-Kontextes) kennen lernen können, wurden dabei unseres Wissens bislang eher vernachlässigt. Diesbezüglich fanden nicht nur umfangreiche Recherchen zu den Angeboten anderer Museen statt sondern auch Gespräche mit unseren Kooperationspartnern PGSD, AWO, ASB und anderen Sozialwerken sowie mit zahlreichen Museumskollegen in Deutschland und den USA, mit denen wir im engen Kontakt stehen.
Die Einbettung des Projekts Making Memories in ein Netz unterschiedlicher Kooperationspartner im Bereich der geriatrischen Betreuung und Pflege gewährleistet seine Nachhaltigkeit.
Das Projekt Making Memories beschreitet einen neuen Weg zwischen klassischer Bildungsarbeit, geriatrischer Betreuung und Therapie und der gezielten Unterstützung (pflegender) Angehöriger.
Die Zielgruppe und ihre Bedürfnisse sind nicht auf Bremen beschränkt, sondern haben an allen Orten eine große Relevanz. Die Projektidee ist daher praktisch auf jeden anderen Ort übertragbar, unabhängig davon, ob es dort ein Kunstmuseum gibt oder nicht (das zeigen unsere zahlreichen Einsätze außerhalb der Kunsthalle Bremen in Einrichtungen der Tagespflege und stationären Pflegeeinrichtungen). Insofern kann das Projekt mit kleinen Modifikationen hinsichtlich lokaler Besonderheiten überall umgesetzt werden.

Probleme & Lösungen

Die Zielgruppe (demenzielle Erkrankte und ihre Angehörigen) ist sehr schwer zu erreichen. Sogar der viel versprechende Weg über enge Kooperationen mit sozialen beziehungsweise kirchlichen Trägern und die Öffentlichkeitsarbeit über relevante Foren und Betroffenengruppen führt auf kurze Sicht nur zu kleinen Erfolgen. Erst die persönliche Vorstellung des Projekts führte, verbunden mit einem langen Atem, zum erhofften Erfolg.

Berücksichtigung altersspezifischer Einschränkungen

Das dem Projekt Making Memories zugrundeliegende Konzept wurde streng auf die Bedürfnisse der Zielgruppe ausgerichtet und in enger Absprache und mit Unterstützung der kooperierenden Institutionen entwickelt.

Öffentlichkeitsarbeit

Flyer, Printmedien, Radio, Internet, persönliche Ansprache

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Kurzinfos

Thema

Kunst: Identität

Zielgruppe

Einzel- und Gruppenbesucher:
Senioren
Einzelne Berufsgruppen

Format

personale Angebote in den Ausstellungen:
Führungsgespräche (Cicerone u.ä.)
personale Angebote begleitend zu den Ausstellungen:
Gesprächs- & Arbeitskreise

Zeitraum, Stundenvolumen

insgesamt 90-240 Minuten

Kooperationspartner

verschiedene soziale Träger, andere Museen

erstellt: 19.05.2010
geändert: 13.02.2011