Herkunftssprachenunterricht im Museum "Der Mann, der die
Sonne repariert"Herkunftssprachenunterricht im Museum "Der Mann, der die Sonne repariert"

Museum

Museumsdienst Köln
50676 Köln, Nordrhein-Westfalen
http://www.museenkoeln.de/museumsdienst/

Museumssparte

Mehrere Museen in einem Museumskomplex

Beschreibung

Über eine von der Bezirksregierung und dem Schulamt Köln ausgeschriebene museumspädagogische Fortbildung mit dem Museumsdienst Köln wurden 22 türkische HerkunftsprachenlehrerInnen (von insgesamt 60 im Raum Köln) gefunden, die sich bereit erklärten, sich inhaltlich fachkundig zu machen, um ihre Schülerinnen und Schüler aus dem türkischen Herkunftsprachenunterricht im Museum zu betreuen und sie auf Ciceroneführungen zu einem deutsch-türkischen Familientag im Dezember 2013 vorzubereiten. Das Projekt im Rautenstrauch-Joest-Museum für Kinder von der 3.-6.Klasse sollte sich mit Exponaten aus der türkischen und orientalischen Kultur auseinandersetzen ...mehr

Zusätzliche Informationen zur Zielgruppe

Das Projekt sollte über die Lehrerfortbildung zum muttersprachlichen Unterricht die Schulklassen einbeziehen und über die Projektpräsentation auch Eltern und andere Besucher

Informationen zu Zeit und Dauer

Das Projekt lief über 2 Schulhalbjahre und wird fortgesetzt

Anmerkungen zu den Kosten und zur Finanzierung

Das Projekt wurde in Höhe von ca. 3000 € vom Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration finanziert. Außerdem wurde aus dem Kreis der türkischen HerkunftsprachenlehrerInnen eine Fachkraft für die Fortbildung freigestellt. Die Geldmittel verteilen sich au

Besonderheiten

Die museumspädagogische Fortbildung für dieses Projekt musste viel umfänglicher als andere konzipiert werden, weil es nicht nur um einen sachkundlichen Zusammenhang, sondern um die Ausarbeitung von Unterrichtseinheiten für den türkischen Herkunftssprachenunterricht gehen und curricular für dieses Fach legitimiert werden musste. Darüber hinaus sollten die türkischen Kolleginnen und Kollegen selbst museumspädagogisch arbeiten (Train the Trainer) und ihre Schülerinnen und Schüler zu Cicerone ausbilden.
Besonders hervorzuheben ist, dass die türkische Kollegenschaft sehr berührt von der Objektauswahl im Kontext türkischer und orientalischer Kultur ist. Sie kannten zwar alle das Rautenstrauch-Joest-Museum, hatten sich dort aber nicht mit ihrer Herkunftskultur auseinandergesetzt. Das Projekt wurde als besonderer Wertschätzung ihrer Kultur gegenüber empfunden. Dies wurde den Schülerinnen und Schülern und auch den Eltern gegenüber zum Ausdruck gebracht. interessant ist, dass 22 HerkunftssprachenlehrerInnen mit ihren Klassen und deren öffentlichem Auftritt vor Eltern über 1000 Besucher in das Museum bringen. Es besteht bereits jetzt der Wunsch, das Projekt fortzuführen.

Probleme & Lösungen

Organisatorisch ist das Projekt eine große Herausforderung, da die Schülergruppen in den museumspädagogischen Alltag (weitere Führungen in den Räumen) integriert werden müssen.
Ein größeres Problem besteht darin, dass die Schüler türkische "Ciceroneführungen" machen und, dies ist eine alltägliche Beobachtung bei derartigen Programmen, deutschsprachige Menschen leicht den Vorwurf erheben, man diskreminiere die deutsche Sprache. Wir wollen dem am Familientag entgegenwirken und die zweisprachige Kompetenz der Sprachlernenden vorstellen, denn es handelt sich um Kinder, die geschult deutsch sprechen und in türkischer Sprache über die Familiensprache hinaus zusätzlich gefördert werden, um beide Sprache "gebildet und ausbaufähig" sprechen, schreiben und lesen zu können. Die Cicerone-Schülerpaare werden in der Veranstaltung nach Bedarf türkisch und deutsch Auskunft über ihre Museumsobjekte sprechen.

Öffentlichkeitsarbeit

Zum Familientag: Pressearbeit, Infoblätter, Internet, zum Projekt: Artikel im ZMI-Magazin

Empfehlung

Seit mehr als 10 Jahren gibt es Sprachprogramme im Museumsdienst Köln. Sie wurden mit Pilotprogrammen gestartet und haben über die Jahre der Netzwerkarbeit zwischen Museumspädagogik, Schulbehörde, Universität und über das Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration solide Programmformate entwickelt. Wir sind der festen Überzeugung, das Sprachförderung verknüpft mit kultureller Bildung ein wichtiger Baustein für Integration und für das Wohlfühlen der Menschen in unserem Land ist.
Mehr Info:
Karin Rottmann, Ein spannendes Arbeitsfeld: Mehrsprachigkeit in der Vermittlungsarbeit des Museumsdienstes Köln. In: ZMI Magazin, 3/2011, S. 20-22

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Kurzinfos

Thema

Ethnologie: Kunst, Religion

Zielgruppe

Bildungseinrichtungen:
Grundschule, Primarstufe
Sekundarstufe 1
Konzeptionelle Schwerpunkte:
kulturelle Vielfalt/Zuwanderungsgeschichten berücksichtigend

Format

personale Angebote in den Ausstellungen:
Fachführungen
methodisch variierte Führungen
Peergroup-Führungen
Medienangebote begleitend zu den Ausstellungen:
Führungsblätter, Museumsrucksäcke u.ä.

Laufzeit

01.02.2013 - 01.12.2013

Kooperationspartner

Museumsdienst Köln, Bezirksregierung, Schulamt, Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration

erstellt: 12.09.2013
geändert: 17.09.2013