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Museum

Landesmuseum Koblenz, Staatliche Sammlung technischer Kulturdenkmäler
56077 Koblenz, Rheinland-Pfalz
www.landesmuseumkoblenz.de

Museumssparte

Naturwissenschaftliches Museum

Beschreibung

Vom 25.01. - 25.03.2016 wird sich ein Geflüchteter aus Syrien (als Praktikant) in unsere archäologische Ausstellung "Geborgene Schätze" einarbeiten. Dabei wird ein Schwerpunkt die Migration und Verbreitung der technischen Errungenschaften besonders vom Jungpaläolithikum bis zur Römerzeit sein. Dazu gehört auch die Einbeziehung des Hands on-Erlebnisbereich zu den "Geborgenen Schätzen" sein.
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Informationen zu Zeit und Dauer

Bei Erfolg kann das Projekt auch mehrere Jahre laufen

Anmerkungen zu den Kosten und zur Finanzierung

Das Projekt wird über den normalen Museumsetat finanziert.

Besonderheiten

Dieses Projekt dient der Integration von Geflüchteten. Der museumspädagogische Mitarbeiter hat selbst erst vor kurzem Deutsch gelernt und kann durch Praktikum und Führungen seine deutschen Sprachkenntnisse festigen. Gleichzeitig kann er aber auch anderen Migranten durch die Führung Mut zum Deutschlernen machen und zudem zur Erweiterung und Festigung ihrer Deutschkenntnisse beitragen. Dennoch sind hier die arabischen Sprachkenntnisse hilfreich, auf die bei Bedarf zurückgegriffen werden kann.

Das Besondere und damit ein Schwerpunkt bei der Führung werden neben der Sprache mehrere thematische Parallelen zwischen der Geschichte und der aktuellen Situation der Besucher sein. Daher rührt auch der Titel des Projekts.
Die vermutlich wichtigste Parallele wird der Vergleich der Wanderungen der Hominiden erectus, neanderthalensis und sapiens aus Afrika nach Europa und Asien sein, später auch die Wanderbewegungen der Kelten, und damit aufzeigen, dass die derzeitigen Bewegungen von Flüchtlingsströmen historisch gesehen nichts Neues sind. In der Menschheitsgeschichte gab es immer schon Völkerbewegungen.
Ein zweiter Schwerpunkt wird, verbunden mit den Wanderbewegungen der Menschen, die Verbreitung von Wissen sein. So stammt das Wissen um Sesshaftwerdung sowie Ackerbau und Viehzucht aus dem Orient und wurde von dort aus nach Europa verbreitet. Das Wissen um die Verarbeitung von Bronze als erstes Metall der Menschen stammt ebenfalls aud dem Orient und wurde wohl über Händler verbreitet. Diese beiden Aspekte spielen eine ganz entscheidende Rolle, wenn man in Betracht zieht, dass viele der heutigen Flüchtenden aus dem Orient kommen.

In einer bereits im November gelaufenen Führung mit Geflüchteten (Familien und Erwachsene) wurden tatsächlich mehrere Exponate von syrischen Flüchtenden erkannt, da sie in ihrer Heimat teilweise heute noch in Gebrauch sind. Beispielhaft sei hier eine Kornmühle genannt, die der einer römischen Legionärsmühle auffallend ähnelt.

Probleme & Lösungen

Bei der oben angesprochenen Führung hat sich natürlich die Sprache und, wenn man es als Problem bezeichnen will, das häufig sehr zurückhaltende Verhalten der Besucher (hauptsächlich Geflüchtete aus Syrien und Eritrea) erwiesen.

Die Führung wurde aus dem Englischen von einem der Teilnehmer ins Arabische übersetzt. Ich nenne ihn daher gerne meine "arabische Stimme". Die Übersetzung ging nach den ersten Minuten der gegenseitigen Gewöhnung von mir als Führungsperson und ihm sehr gut. In den Tagen nach der Führung entwickelte sich daher die Idee zu diesem Projekt, und meine "arabische Stimme" ist der oben bereits angesprochene Syrer, der sich nun selbst einarbeiten wird.

Die Besucher waren äußerst interessiert, aber sehr zurückhaltend; in der ersten halben Stunde kam keine einzige Frage, und in den letzten 25 Minuten waren es nur zwei. Auch das Herantreten an Vitrinen, trotz mehrfacher Aufforderung, um kleine Objekte zu sehen, geschah nur sehr zaghaft. Etwas mehr tauten sie dann im Hands on-Erlebnisbereich auf, in dem viele Kopien der in der Ausstellung ausgestellten Objekte vorhanden sind. Durch das Ausprobieren von Römer- und Ritterhelmen, Schwertern und Kleidung, was alles unbedingt mehrfach mit dem Handy fotografisch festgehalten wurde (ich hatte den Eindruck: es musste! fotografiert werden), fielen dann doch viele Berührungsängste von den Besuchern ab.

Öffentlichkeitsarbeit

Flyer, Homepage und persönliche Ansprache

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Kurzinfos

Thema

Archäologie
Ur- und Frühgeschichte: Migration

Zielgruppe

Gesellschaftlich und sozial relevante Einrichtungen u.ä.:
Migrantenselbstorganisationen, Integrationsbüros u.ä.
Einzel- und Gruppenbesucher:
Junge Erwachsene, ab ca. 18 J.
Erwachsene
Familien

Format

personale Angebote in den Ausstellungen:
methodisch variierte Führungen
Führungsgespräche (Cicerone u.ä.)
Peergroup-Führungen
personale Angebote begleitend zu den Ausstellungen:
Ferien- & Freizeitangebote
Workshops

Laufzeit

25.01.2016 - 30.10.2016

erstellt: 18.01.2016
geändert: 20.01.2016