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Hands on History: Das Geschichtslabor: Berlin halb und halbHands on History: Das Geschichtslabor: Berlin halb und halb

 

Museum

Jugend Museum Schöneberg
10827 Berlin, Berlin
www.jugendmuseum.de

Museumssparte (Kindermuseum)

Historisches Museum
Stadt- und Regionalgeschichte; Migrationsgeschichte

Beschreibung

Das Gedenkdatum „20 Jahre Mauerfall“ wurde zum Anlass genommen, mit Kindern in einen Dialog über die jüngste deutsche Geschichte zu kommen. Das Projekt will die vielfach festgestellten Defizite in der Bildungsarbeit zur deutschen Teilungs- und Einheitsgeschichte angehen und die Kinder für eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Geschichte des geteilten Berlins und des geteilten Deutschlands gewinnen. Das komplexe, modular aufgebaute Projekt des Jugend Museums bietet im besten Sinne „Geschichte zum Anfassen“ und rückte für die Kinder so Geschichte ins Licht der Gegenwart.

Projektablauf:
Im Vorfeld der Feierlichkeiten und vorbereitend zu einer historischen Ausstellung im Jugend Museum wurde bereits im Frühjahr 2009 die Workshop-Reihe „Ost und West und mitten drin!“ durchgeführt. In insgesamt 8 Workshops begaben sich „Ost- und West-Berliner“-Schulklassen auf Forschungsreise. Die Kinder befragten Passanten, führten Recherchen in verschiedenen Berliner Ortsteilen durch und interviewten Zeitzeugen. Ihr historisches "Wissen" erarbeiteten oder vertieften die Kinder in Archiven. Die unterschiedlichen Erfahrungen wurden von den Kindern im Anschluss medial (Schaukästen/Dioramen, Fotos, Filme und biografische Bücher) für die gleichnamige Wanderausstellung aufbereitet, die an ausgewählten Schulen im Ost- und Westteil Berlins Station machte.

Ergebnisse und Erfahrungen der Kinder wurden in einer Wanderausstellung dokumentiert, die im Anschluss in einem „Museumswagen“ ein halbes Jahr in Berlin auf Tour ging - durch 80 Schulen im Ost- und Westteil Berlins.

Ausgehend von diesen Ergebnissen wurde im Jugend Museum die Ausstellung "Das Geschichtslabor: Berlin halb und halb“ realisiert. Mehr als 300 authentische Objekte wurden zum Ausgangspunkt für das forschende Entdecken gewählt. Allen gemeinsam ist, dass sie mit historisch einordnenden Kommentaren versehen sind und zum Fragen und Selberforschen animieren.

Insgesamt beteiligten sich mehr als 5.500 Kinder und Jugendliche an dem Projekt.
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Zusätzliche Informationen zur Zielgruppe

Zielgruppe sind Kinder und jüngere Jugendliche im Alter von 10-14 Jahren. Das Projekt versteht sich als Beitrag, Heranwachsende bereits in einem frühen Alter behutsam dabei zu unterstützen, historisches Bewusstsein zu entwickeln, um so der späteren Bildung von Vorurteilen entgegenzuwirken. Insbesondere für diese Zielgruppe liegen bisher kaum geeignete methodische Erfahrungen und Materialien zur Vermittlung deutsch-deutscher Geschichte vor.

Besonderheiten

1. Das Projekt war innovativ, weil
- insbesondere für Kinder und jüngere Jugendliche bislang geeignete Materialien und erprobte Zugänge zum Thema fehlten.
- historisches Lernen im Stadtraum (authentische Orte) mit den Potentialen eines Museums (authentische Zeugnisse) ergebnisorientiert verknüpft werden konnte.

2. Die Nachhaltigkeit des Projektes wurde auf der Grundlage einer prozessbegleitenden Evaluation überprüft, die die Wirksamkeit der angewandten Methoden (entdeckendes und forschendes Lernen) überprüfte.

3. Das modellhaft durchgeführte Jugendprojekt kann vielen anderen Institutionen, ob schulischen oder außerschulischen, als Anregung dienen. In Form einer pädagogischen Handreichung wurden die Erfahrungen dokumentiert und Dritten zur Verfügung gestellt.

Probleme & Lösungen

Wir waren überrascht von den Vorbehalten, die uns manche Lehrer aus dem Ostteil der Stadt entgegenbrachten, weil wir als „Westler“ die DDR-Zeit schließlich nicht selbst miterlebt hätten. Erst die gemeinsame Arbeit am Thema schuf eine Ebene des gegenseitigen Vertrauens und eine Gesprächskultur ohne Klischees und Vorurteile, ohne das Bedürfnis, die Deutungshoheit zu beanspruchen.
Wir hatten unterschätzt, wie weit auch noch nach 20 Jahren die jüngste Geschichte in die Gegenwart reicht. Das bestätigten zum einen die Antworten der Passanten, die von den Schülern auf der Straße spontan befragt wurden und die bei den Kindern gerade aufgrund der widersprüchlichen Erinnerung das Bedürfnis nach weitergehender „Geschichtsforschung“ herausforderten. Zum anderen waren die persönlichen Sichtweisen und Erfahrungen auch in unserem interdisziplinär zusammengesetzt Team jederzeit spürbar, jenseits der fachlichen Debatten. Ostalgie, Westalgie, Verklärung, Romantisierung, etc. – auch wir waren manchmal nicht davor gefeit. So wurde das Modellprojekt auch für die Teamer zu einem spannenden Prozess der Auseinandersetzung über Geschichtsbilder und deren Entstehungszusammenhänge.

Öffentlichkeitsarbeit

Flyer, Internet, Printmedien, Radio, persönliche Ansprache

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Kurzinfos

Thema

Geschichte: deutsche Geschichte nach 1945

Zielgruppe

Bildungseinrichtungen:
Grundschule, Primarstufe

Format

personale Angebote begleitend zu den Ausstellungen:
Labore & Werkstätten
Workshops
Medienangebote begleitend zu den Ausstellungen:
Mobiles Museum, Koffer, Mitmachausstellungen

Zeitraum, Stundenvolumen

1 bis 2 Projekttage, oder 1 Woche
insgesamt 8-20 Stunden

Kooperationspartner

30 Grundschulen

Entstandene Gesamtkosten

120.000 €

erstellt: 27.04.2010
geändert: 11.02.2011