Geschichte des Stasi-Gefängnisses Bautzen II (1956-1989)
Museum
Gedenkstätte Bautzen
02625 Bautzen, Sachsen
www.gedenkstaette-bautzen.de
Museumssparte
Historisches Museum
NS, SBZ, DDR
Beschreibung
Ab 1956 war das Gefängnis Bautzen II als Sonderhaftanstalt inoffiziell dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR unterstellt, welches besondere Zugriffs- und Aufsichtsrechte über die Anstalt erhielt. Die Redewendungen vom "Stasi-Gefängnis" oder "Mielkes Privat-Knast" verdeutlichen dieses besondere und inoffizielle Unterstellungsverhältnis in markanten Worten. Vorrangig wurde die Haftanstalt vom MfS als Gefängnis für so genannte „Staatsverbrecher“ genutzt. Viele Häftlinge verbüßten hier aus politischen Gründen langjährige Haftstrafen. Zu den Gefangenen zählten vor allem Regimekritiker und Systemgegner, ausländische Häftlinge, die wegen Spionage oder Fluchthilfe verurteilt worden waren, aber auch straffällig gewordene Funktionäre aus dem DDR-Herrschaftsapparat. Mit den gesellschaftlichen Umwälzungen im Herbst 1989 rückte Bautzen II in das Licht der Öffentlichkeit und es fanden erste Entlassungen statt. Im Dezember 1989 wurden schließlich die letzten politischen Gefangenen freigelassen.
Nach einem Einführungsfilm über die Geschichte der Bautzener Gefängnisse, erschließen sich die Teilnehmer in Kleingruppen mit Hilfe von Dokumenten, Verordnungen, Fotos und Häftlingsschilderungen die Inhalte selbstständig. An konkreten historischen Orten lernen die Teilnehmer die Geschichte der Haftanstalt Bautzen II kennen. Sie erfahren, wie die Stasi in Bautzen II arbeitete und warum die Inhaftierten von der DDR-Regierung politisch verfolgt wurden.
Das Erlernte teilen sich die Teilnehmer in einer gegenseitigen Führung durch das Haus mit. Ein Fragebogen bietet eine Orientierungshilfe bei der inhaltlichen Arbeit mit dem vielseitigen Material und für die anschließende Präsentation der Ergebnisse. Interessierten stehen für die Nachbereitung und Vertiefung des Projektes zusätzliche Arbeitsmaterialien zur Verfügung. Historische Grundkenntnisse werden vorausgesetzt.
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Zusätzliche Informationen zur Zielgruppe
Dieses Projekt ist für Gruppen in der Erwachsenenbildung (somit auch für Senioren) und für Schüler ab der 10. Klassenstufe einsetzbar.
Besonderheiten
Die Teilnehmer setzen sich intensiv anhand verschiedener Quellen mit den Inhalten auseinander und erhalten dadurch einen multiperspektivischen Einblick in das Thema. Sie können das Erarbeitete sofort am historischen Ort an die Gruppe weitergeben und über die Ergebnisse diskutieren.
Probleme & Lösungen
Es dürfen nicht mehr als zwei Gruppen das Projekt parallel durchführen.
Berücksichtigung altersspezifischer Einschränkungen
Das Haus ist leider nicht Rollstuhlgerecht.
Öffentlichkeitsarbeit
Flyer, Internet, Printmedien, persönliche Ansprache, Vorträge und Fortbildungen
Thema
Geschichte: DDR
Zielgruppe
Bildungseinrichtungen:
Sekundarstufe 2
Gesellschaftlich und sozial relevante Einrichtungen u.ä.:
Religion & Gemeindewesen
Einzel- und Gruppenbesucher:
Mehrere Altersklassen
Format
personale Angebote in den Ausstellungen:
Peergroup-Führungen
personale Angebote begleitend zu den Ausstellungen:
Labore & Werkstätten
Medienangebote in den Ausstellungen:
Ton, Film, Animation u.ä.
Medienangebote begleitend zu den Ausstellungen:
Führungsblätter, Museumsrucksäcke u.ä.
Zeitraum, Stundenvolumen
insgesamt 3 1/2
Kooperationspartner
Fa. Rücker & Szatmary Ausstellungen
erstellt: 14.06.2010
geändert: 14.06.2010
