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"Frieda Riess und Yva. Fotografien 1919–1937"
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Entwicklung eines mobilen Tast- und Erlebnisrundgang für
blinde und sehbehinderte Schüler im Stadtgeschichtlichen
Museum Leipzig Altes RathausEntwicklung eines mobilen Tast- und Erlebnisrundgang für blinde und sehbehinderte Schüler im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig Altes Rathaus

Museum

Stadtgeschichtliches Museum Leipzig Altes Rathaus
04109 Leipzig, Sachsen
www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de/site_deutsch/altes_rathaus/index.php

Museumssparte

Historisches Museum

Beschreibung

Mit diesem Projekt nahm das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig am Programm „LernStadtMuseum in Sachsen – Schüler entdecken Museen“ des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus, gefördert von der Robert-Bosch-Stiftung teil. Die Initiative zur Bewerbung ging vom Bereich Museumspädagogik aus, da das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig schon seit längerem an der Verbesserung der Zugänglichkeit und Barrierefreiheit für Menschen mit Handicap arbeitet. Die Schulleiterin der Wladimir-Filatow-Schule, einem Förderzentrum für Blinde und Sehgeschädigte in Leipzig, war sofort von der Projektidee begeistert und zu einer festen Kooperation bereit.
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Zusätzliche Informationen zur Zielgruppe

Das Team hat sich von Anfang an trotz unterschiedlicher Zugangsvoraussetzungen unvoreingenommen, neugierig und ohne Berührungsängste auf das Projekt eingelassen. Es forderte Partizipation und Chancengleichheit kritisch und ehrlich ein, ließ sich jedoch auch überzeugen, dass vieles möglich, aber nicht alles sofort umsetzbar ist.
Der Austausch mit externen Kooperationspartnern sensibilisierte beide Seiten füreinander und führte zu gegenseitiger Akzeptanz und Anerkennung. Laut eigener Aussagen haben die Schüler gelernt, freier zu sprechen und im Team über eine längere Zeit gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten.
Besonders Menschen mit Behinderungen sind außerordentlich dankbar, wenn sie mit ihren Problemen und Wünschen ernst genommen werden. Dieses Gefühl ist wichtig für sie, damit sie Schwellenängste überwinden und an Kultur teilhaben können.

Besonderheiten

Das Projekt geht nahtlos in eine dauerhafte und aktive Zusammenarbeit mit blinden und sehbehinderten Schülern, Gruppen mit integrativem Ansatz, altersbedingt sehgeschädigten Erwachsenen oder Menschen mit anderen Handicaps über.
Der besondere Eigensinn und Charme dieses Projekts bestand in seinem integrativen Ansatz. Auch gesunde junge Menschen setzten sich im Vorfeld nicht nur mit Leipziger Architektur und Stadtgeschichte, sondern gleichzeitig mit dem Handicap „Blindheit und Sehschwäche“ auseinander. Äußerst sensibilisiert und motiviert berücksichtigten sie die Hinweise und Wünsche der Förderschülerschüler. Die Zielgruppe selbst fungierte sozusagen als Experten- und Beraterteam. Das neue Programmangebot wird vor allem von der Behindertenvertretung der Stadt Leipzig sowie von den Blinden- und Sehbehindertenverbänden Leipzig und Sachsen sowie von anderen Behindertenverbänden und Vereinen wahrgenommen und wertgeschätzt. 22 waren nach der festlichen Übergabe ihrer Reliefs überglücklich,
den spezifischen Anforderungen gerecht geworden zu sein. Der mobile Tast- und Erlebnisrundgang wird immer personell begleitet.

Probleme & Lösungen

Die Arbeit mit Förderschülern ist spannend und besonders bereichernd. Doch Zeit- und Arbeitsaufwand waren bei dem Projektumfang enorm hoch. Wegen der geregelten Fahrdienste für blinde und sehbehinderte Schüler grenzte die Organisation der Besuche im Museum an eine logistische Meisterleistung, da der Unterricht in der Schule nicht darunter leiden durfte. Es war schwierig, sich in die Erlebenswelt blinder und sehbehinderter Schüler hineinzudenken. Doch man wird durch die gemeinsame Projektarbeit sensibilisiert für deren Befindlichkeiten und hat keine Berührungsängste mehr. Unter dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ wurde ein engmaschig geknüpftes Netzwerk mit vielen qualifizierten Helfern zum Garant für professionelle Produkte, die von der Projektgruppe selbst immer aufs Neue entweder mitgestaltet, auf Tauglichkeit hinterfragt und getestet wurden.

Öffentlichkeitsarbeit

Medien, Internet, Publikationen, persönliche Ansprache, Lehrerfortbildungen für Förderschulen, Flyer

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Kurzinfos

Thema

Volkskunde: Orts- und Regionalgeschichte

Zielgruppe

Bildungseinrichtungen:
Sekundarstufe 1
Sekundarstufe 2
Förderschulen u.ä.
Konzeptionelle Schwerpunkte:
Besucher mit Behinderungen einbeziehend

Format

personale Angebote in den Ausstellungen:
methodisch variierte Führungen
Medienangebote in den Ausstellungen:
Anfassen erlaubt! Hands on u.ä.

Zeitraum, Stundenvolumen

Schuljahre 2008/2009 und 2009/2010
insgesamt wöchentlich 2 Unterrichtsstunden, Projekttage, Neigungskurse, Fächerübergreifender und fächerverbindender Unterricht

Kooperationspartner

Deutsche Zentralbücherei für Blinde Leipzig, Berufsschulzentrum 5 Leipzig, Berufsbildungswerk für Sprach- und Hörgeschädigte, Museum für Druckkunst Leipzig, Bach-Museum, Studio

Entstandene Gesamtkosten

15.000 €

erstellt: 02.07.2010
geändert: 05.03.2011