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Wohnen in 3 DWohnen in 3 D

Museum

Bomann-Museum
29221 Celle, Niedersachsen
www.bomann-museum.de

Museumssparte

Mehrere Museen in einem Museumskomplex
Überbegriff: Große Verbundmuseen

Beschreibung

Die Grundschule Hehlentor Celle, die sich zur offenen Ganztagsschule ausbaut, und die museumspädagogische Abteilung im Bomann-Museum Celle haben ein Nachmittagsprojekt zum Thema „Wohnen“ entwickelt. Ausgangs- und Orientierungspunkt für dieses Projekt ist die große Inszenierung eines vollständigen niedersächsischen Bauernhauses im Bomann-Museum.

Wohnen in 3D ist ein dreigliedriges Projekt, das der Erweiterung des vormittäglichen Schulunterrichts in den Fächern Deutsch, Sachkunde, Kunst, Werken und Mathematik dient und im praxisorientierten Nachmittagsprogramm eine ideale Ergänzung findet.
Die Heterogenität und die verschiedenen Lerntypen der Schülerinnen und Schüler werden bei diesem Projekt besonders berücksichtigt, es bietet ihnen eine Auswahl an verschiedenen Möglichkeiten sich einzubringen. An dem Projekt haben vor dem Sommerferien 52 Schülerinnen und Schüler teilgenommen.

Die drei Projekte heißen: „Hör mir mal zu!“, „Fass mal mit an!“ und „Mal mal mit!“. Es geht um Verstehen, Handeln und Gestalten.

Beim Projekt „Hör mir mal zu!“ haben die Kinder die Aufgabe, sich mit dem musealen niedersächsischen Bauernhaus intensiv zu beschäftigen und dann einzelne Aspekte mit möglichst eigenen Worten wiederzugeben. Ziel ist es, dafür die im Museum bereits vorhandenen Audio-Guide Geräte zu nutzen. Durch das Medium besteht die Möglichkeit, die Sichtweisen und Gedanken der Kinder allen Museumsbesuchern zugänglich zu machen. Dies ist für das erwachsene Publikum eine willkommene Abwechslung beim Benutzen des Systems und für die Kinder eine Herausforderung, sich mit den Museumsinhalten auf eine neue Art und Weise auseinander zu setzen.

Dabei geht es, wenn auch sehr spielerisch, um Sprechen und Zuhören, in angemessener Lautstärke und angemessenem Tempo zu sprechen, Sachtexte zu lesen und zu verstehen und weiterer im Kerncurriculum aufgeführten Kompetenzen, die in der Grundschule im Fach Deutsch erworben werden sollen. Die stärkere Auseinandersetzung mit der Sprache eröffnet auch die Möglichkeit, einen Theaterpädagogen als Sprecherzieher mit einzubinden. Die Lockerungsübungen werden von den Kindern mit viel Spaß, aber auch mit großer Konzentration durchgeführt. Die anschließende Arbeit im Tonstudio (siehe Foto) ist dann eine weitere Herausforderung für die Kinder, die sich durch die freundliche und bestimmte Art des Aufnahmeleiters angenommen und ernst genommen fühlen. Wenn die gesprochenen Texte fertig geschnitten sind, werden sie nach den Sommerferien von den Kindern begutachtet und dann auf das Audio-Guide System aufgespielt. Die neuen dritten Klassen haben dann die Möglichkeit, weitere Exponate zu besprechen.

Mit dem Namen „Fass mal mit an!“ wird ein zweites Projekt aus der Taufe gehoben, um auf die „handfesten“ Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler einzugehen. An diesem Projekt sind neben den Schülerinnen und Schülern der Grundschule auch Zimmermanns-Lehrlinge beteiligt, die als Berufsschüler der BBS 2 Celle den „Kleinen“ das beibringen, was sie selbst gerade gelernt haben. Dies geschieht unter der Leitung von zwei Berufsschullehrern. In dieser Gruppe bauen die Kinder auf dem Gelände der Schule ein kleines Fachwerkhaus aus Holz (siehe 2 Fotos). Die Kinder lernen sehr viel über die Konstruktion eines Hauses und das Material Holz, was in einem normalen Werkunterricht nicht so einfach zu leisten wäre. Dieses Häuschen hat nach dem Aufbau eine Funktion als Spielhaus aus dem Schulhof. Nach den Sommerferien wird das Haus, welches sich nach der ersten Bauphase noch im Rohbau befindet, fertiggestellt, wieder in Teamarbeit mit der BBS 2. Die Konstruktion des Hauses ist von vorn herein darauf angelegt, in den nächsten Schuljahren, Anbauten und Erweiterungen als weitere „Fass mal mit an!“ Projekte durchzuführen.

„Mal mal mit!“ heißt das dritte Projekt, das sich mit der Gestaltung im und am Haus beschäftigte. Das Projekt wird in Kooperation mit der Kunstwerkstatt der Volkshochschule Celle durchgeführt.
Als Beispiele werden die bemalten, geschnitzten, bedruckten und getöpferten Exponate aus dem Bereich der Volkskunst angeschaut, um Anregungen für eigene Schöpfungen zu bekommen. Ganz bewusst wird auf diese im Museum ausgestellten Dinge zurückgegriffen, um den Bezug zur alltäglichen Nutzung deutlich zu machen und den Kindern das bildnerische und kreative Schaffen jenseits der klassischen beziehungsweise modernen Künste zu erleichtern. Auch die niedersächsische Volkskunst ist meist eingebunden in die traditionelle handwerkliche und häusliche Produktion. Die von den Kindern gestalteten Dinge sind denn auch aus dem häuslichen Bereich, wie zum Beispiel Fliesen, Schachteln, Tongefäße, Stoffe oder ein Wandfries.
Nach den Sommerferien werden die Werke der Kinder in einer Ausstellung in der museumspädagogischen Werkstatt gezeigt. Zur Eröffnung laden wir dann auch die Eltern, Freunde und Geschwister ein.

Nun noch eine Zusammenfassung des Schulleiters der Hehlentorschule Detlev Soetbeer:

"Die Theorie aus dem Unterricht am Vormittag findet ihre Fortsetzung in der Praxis am Nachmittag. Das ist für die offene Ganztagsschule nicht selbstverständlich.
Das Projekt spricht die unterschiedlichen „Lernkanäle“ der Schülerinnen und Schüler an. Den Kopf (Texte erarbeiten), das Herz (Einrichtungsgegenstände entwerfen) und die Hand (ein Fachwerkhaus bauen).
Vernetzte Bildung findet statt. Das Bomann Museum kooperiert mit der Grundschule, der Kunstwerkstatt der VHS und der berufsbildenden Schule.
Die Schüler „halten“ am Ende ein fertiges Produkt in den Händen, an dem sie den Erfolg ihrer Arbeit selbst messen können. Die Erfolgskontrolle wird nicht künstlich herbeigeführt.
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie fächerübergreifendes Arbeiten praktiziert werden kann (Sachunterricht, Deutsch, Werken, Kunst, Mathe). Fünf Fächer aus dem Primarbereich finden sich in Wohnen in 3D wieder - ein gelungenes Beispiel für interdisziplinäres Arbeiten.
Unterschiedliche Professionen (Lehrkräfte aus Grund- und berufsbildender Schule, Museums- und Theaterpädagogen sowie Künstler und Sozialarbeiter) arbeiten zusammen und lernen die Auffassung der jeweils anderen Profession vom „Lernen“ kennen.
Schüler, die sich in der Berufsausbildung befinden, können Schlüsselqualifikationen wie Fach- und Sozialkompetenz trainieren, wenn sie gemeinsam mit Grundschülern ein Fachwerkhaus bauen.
Nachhaltigkeit ist vorprogrammiert. Die Inhalte (Texte, Kunst, Fachwerk) können jedes Jahr im Zusammenhang mit dem Thema „Wohnen“ aufgegriffen, fortgesetzt und ergänzt werden.
Das Projekt erzeugt zusätzliche Motivation und erhöht das Interesse am Lernen."
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Kurzinfos

Thema

Volkskunde: Architektur

Zielgruppe

Bildungseinrichtungen:
Grundschule, Primarstufe

Format

personale Angebote begleitend zu den Ausstellungen:
Labore & Werkstätten
Medienangebote begleitend zu den Ausstellungen:
Audioguides, PDA, I-Pods u.ä.

Zeitraum, Stundenvolumen

8 Wochen
insgesamt 16 Stunden

Kooperationspartner

Grundschule, Berufsschule, Freies Radio, Kunstwerkstatt VHS, Schloßtheater

erstellt: 26.08.2010
geändert: 13.02.2011