MGB Kunst² (sprich MGB Kunst im Quadrat)
Museum
Martin-Gropius-Bau
10963 Berlin, Berlin
www.berlinerfestspiele.de/de/aktuell/festivals/11_gropiusbau/mgb_vermittlungsprogramm/mgb_vermittlungsprogramm.php
Museumssparte
Kunstmuseum
Kulturgeschichte, zeitgenössische Kunst, Archäologie, Fotografie
Beschreibung
Ausgangspunkt des Vermittlungsprogramms sind die aktuellen Ausstellungen des Hauses. Je nach Inhalt stehen kultur- und kunsthistorische Entwicklungen auch mit Gegenwartsbezug im Zentrum sowie das Kennenlernen von Handwerkstechniken, die Sensibilisierung für Formen, Farben, Bildaufbau, Relationen und Ästhetik, Konservatorisches und Objekttypisches und das Vermitteln historischer kultureller Wurzeln. Thema des 2-jährigen Projekts ist das Entdecken anderer Kulturen.
Operative Ziele: das Bauen und Einrichten eigener Miniaturmuseen mit eigenen, im Atelier erarbeiteten Werken, Weitergabe des Wissens an Parallelklassen, Förderung der Sprachfähigkeit.
Ablauf: Jeder Besuch folgt einer festen Abfolge: 1. Begrüßungsritual, 2. Durchgehen der Hausaufgaben im Museumsheft, 3. Entdecken von Neuem in der Ausstellung inklusive Modul zur Sprachförderung (Artikel, Präpositionen, Adjektive etc.), 4. Atelierarbeit, 5. Abschiedsritual.
3 Beispiele: 1. Pierre Soulages Retrospektive: Im Galopp durch die Geschichte der Malerei: von der Höhlenmalerei bis zum Minimalismus; Schwarz: Ist das nun eine Farbe oder nicht? Welche Gefühle lösen welche Farben aus (Sprachförderungsmodul: das Lernen von Adjektiven)? Wo liegt Frankreich und welches Bild habe ich von Frankreich? Atelierarbeit: vom Komplizierten ins Einfache - ein komplexes Bild auf das Wesentliche reduzieren.
2. László Moholy-Nagy Ausstellung: Thema Bauhaus: Wann und wo war das?, Formen (Welche Formen kenne ich?), Farben (Meine Lieblingsfarbe ist, weil...), Wo ist Ungarn und was kenne ich von Ungarn? Atelierarbeit: Bauen von und Fotografieren mit einer Camera Obscura zudem Besuch des Bauhausarchivs.
3. Was ist typisch für mein Herkunftsland/-region? Die Schüler bringen 5 Gegenstände mit, die für ihr Land / ihre Region typisch sind; Atelierarbeit: Kreieren von Bildern / Objekten, die damals und heute typisch für das Herkunftsland/-region waren / sind. Fotografieren des Objekt-Arrangements mit der Camera Obscura.
Alles Geschaffene wird archiviert und später beim Einrichten des Museums kuratiert. Die Kinder schreiben auch die Objektbeschriftungen und kurze Wandtexte.
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Zusätzliche Informationen zur Zielgruppe
Das Herzstück des kulturellen Vermittlungsprogramms des Martin-Gropius-Baus (MGB) ist MGB Kunst². Sein Fokus liegt in der nachhaltigen und systematischen Heranführung von Kindern und Jugendlichen an Kunst und Kultur. Im ersten Jahr ging der Martin-Gropius-Bau mit Grundschulen ein Bündnis für Bildung, Kultur und Integration ein, dies soll in den nächsten Jahren Schritt für Schritt ausgeweitet werden.
An etlichen Berliner Schulen lernen etwa 80 bis 90 Prozent Kinder nichtdeutscher Herkunft. Viele von ihnen waren bisher weder in einer Theateraufführung noch in einer Ausstellung. Diesen jungen Menschen ist das Modellprogramm MGB Kunst² gewidmet.
Besonderheiten
Das Vorhaben wirkt nicht in die Beite, sondern in die Tiefe. Daher sind als besondere Aspekte Projektdauer und -intensität zu nennen sowie die enge Zusammenarbeit zwischen Lehrer, Schüler, Integrationsbeauftragte und Museumsteam zu nennen. In den zwei Jahren wird eine Vertrauensbasis geschaffen und werden die Kinder in ihrer Entwicklung begleitet. Die Module werden im Team vor- und nachbereitet. Jedes Modul wird dokumentiert, evaluiert und fortentwickelt und verbessert. Die (Re-)Aktionen der Schüler werden mitgeschrieben. Status Quo, Projektverlauf und Ergebnis werden in einem Projektbericht zusammengefasst. Das Ergebnis wird anderen Schulen und Museen sowie Presse und Fachkreisen vorgestellt. Es soll zur Nachahmung animieren.
Probleme & Lösungen
Dem Problem, dass Schulen möglicherweise nach kurzer Zeit wieder abspringen könnten, wurde durch eine Kooperationsvereinbarung entgegengewirkt.
Die mögliche Sorge der Eltern, dass dieses Projekt die Kinder ihnen entfremden könnte, wurde umgangen, indem die Eltern und Geschwister regelmäßig von den Kindern in den Martin-Gropius-Bau eingeladen wurden. Die Kinder stellen alle drei Monate ihrer Familie das Kennengelernte vor und führen Sie zu einem Bild, das sie besonders anspricht oder vielleicht zu einem das sie gar nicht leiden können und begründen jeweils ihr Urteil.
Öffentlichkeitsarbeit
Broschüre, Radio, persönliche Ansprache
Thema
Kunst: Kulturgeschichte, Identität
Zielgruppe
Bildungseinrichtungen:
Grundschule, Primarstufe
Konzeptionelle Schwerpunkte:
kulturelle Vielfalt/Zuwanderungsgeschichten berücksichtigend
Format
personale Angebote begleitend zu den Ausstellungen:
Gesprächs- & Arbeitskreise
Zeitraum, Stundenvolumen
2 Jahre
insgesamt 2 x monatlich à 3 Stunden
Kooperationspartner
Schulen, Senatsverwaltung, Integrationsbeauftragte, Künstler
erstellt: 02.08.2010
geändert: 07.03.2011